Grafikbüro | Cyanotypie

Know-How

»Über Ma­te­ria­li­en, Tech­ni­ken und Me­tho­den gibt es hin­rei­chend zu le­sen, doch In­for­ma­ti­on ist nicht gleich Wis­sen und mit der Er­fah­rung es selbst ge­macht zu ha­ben wer­den In­for­ma­tio­nen ver­wert­bar.«

Gewusst wie…

cy auf glas
Ge­ton­te Cya­no­ty­pie auf Glas

Wer ger­ne fo­to­gra­fiert hat ei­gent­lich im­mer das Pro­blem, das die schöns­ten und wich­tigs­ten Auf­nah­men in hun­der­ten und tau­sen­den von jpeg´s ver­schwin­den. Ei­nen Ab­zug im In­ter­net be­stel­len ist kein Pro­blem, aber ma­che Auf­nah­men brau­chen in­di­vi­du­el­le und wer­ti­ge Ver­wirk­li­chun­gen um ein Bild wirk­lich ge­macht zu ha­ben und es dann auch sicht­bar zu hal­ten. Kaum Ei­ner hält heu­te noch eine aus­ge­stat­te­te Dun­kel­kam­mer vor und sw-Prints von ei­nem der im­mer we­ni­ger wer­den­den Fach­la­bo­re ab­zie­hen zu las­sen, ist ein aus­ge­spro­chen sehr teue­res Ver­gnü­gen. So bie­tet sich die Mög­lich­keit an, mit der Cya­no­ty­pie ein Ver­fah­ren zu er­ler­nen, mit dem Sie aus ih­ren Bild­da­ten hoch­wer­ti­ge Edel­dru­cke ma­chen kön­nen.

Das Wirk­prin­zip wur­de von Sir John Her­schel erst­mals um 1845 an­ge­wen­det. Son­nen­licht, also uv-hal­ti­ges Licht bringt in ei­ner Lö­sung von Am­mo­ni­um­ei­sen-III-ci­trat, grün und Ka­li­um­he­xa­cya­no­fer­rat III ei­nen blau­en Nie­der­schlag. Die nicht be­lich­te­te Lö­sung (Schicht) bleibt was­ser­lös­lich und wird mit der Ent­wick­lung vom Pa­pier aus­ge­wa­schen. Was bleibt ist das was­ser­un­lös­li­che Blau, das nicht auf dem Pa­pier sitzt son­dern dar­in. Nicht im­mer passt das Blau gut zum Mo­tiv, wie etwa zu Haut, dann emp­fiehlt es sich das ge­won­ne­ne Blau wei­ter zu to­nen. Gute To­nun­gen sind Ge­heim­re­zep­te, doch so­viel sei ver­ra­ten, Tee und Kaf­fee brin­gen ein sehr schö­nes Er­geb­nis. Schwarz- und Braun­tö­ne , bis hin zu Bron­ze- und Oran­ge­tö­nen kön­nen mit ein­fachs­ten Kü­chen­pul­ver­chen er­reicht wer­den.

Die Trä­ger
Grund­sätz­lich kom­men alle was­ser­sau­gen­den Un­ter­grün­de als Trä­ger für die Cy in Fra­ge, aber auch Glas kann mit ei­ner Bin­de­schicht aus Ge­la­ti­ne eine Cy tra­gen. Das Ver­fah­ren ist be­deu­tend auf­wän­di­ger, ver­langt nur ge­rin­ge Än­de­run­gen der Re­zep­tu­ren, aber um so mehr Know-how bei der Durch­füh­rung der Ar­beits­gän­ge. Um so schö­ner kommt dann die Cy auf Glas, mit der An­mu­tung his­to­ri­scher Bild­do­ku­men­te. Die Cy wird im Kon­takt­ver­fah­ren von ei­nem Ne­ga­tiv be­lich­tet, als Fil­me ha­ben sich auch Over­head­fo­li­en be­währt. Mit ei­nem La­ser be­druckt las­sen sich ge­eig­ne­te Vor­la­gen her­stel­len. Aber auch Fo­to­gram­me kön­nen bei der Cy sehr reiz­vol­le Er­geb­nis­se lie­fen, was die Ar­bei­ten von Anna At­kins ein­drucks­voll zei­gen.

Vi­deo tu­to­ri­al Cy auf Glas
Tu­to­ri­al Cy epub